SP-Haas: „Feuerwehren dürfen nicht die Ausfallshaftung für politische Versäumnisse sein!“
Erneuter Brand in Ohlsdorf zeigt Gefahren bei der Reifenverwertung – SPÖ-OÖ-Feuerwehrsprecher fordert Sicherheitsüberprüfung und Schutz für Einsatzkräfte und kommende Generationen
Der neuerliche Brand in einem Reifengranulatlager in Ohlsdorf sorgt bei SPÖ-OÖ-Landtagsabgeordnetem und Feuerwehrsprecher Mario Haas für Besorgnis. Rund 30 Feuerwehrleute mussten am Wochenende ausrücken, um einen schwer löschbaren Glimmbrand zu bekämpfen. Das Granulat musste mit einem Radlader verteilt und unter Einsatz von Druckluftschaum gelöscht werden. Auch am Sonntagabend wurde die Feuerwehr erneut zu einem Recyclingunternehmen alarmiert.
„Unsere Feuerwehrleute riskieren ihre Gesundheit, um andere zu schützen. Was sie nicht brauchen, sind zusätzliche, vermeidbare Gefahrenquellen. Die Feuerwehren dürfen nicht zur Ausfallshaftung für politische Versäumnisse werden“, kritisiert Haas und bedankt sich ausdrücklich bei den Einsatzkräften für ihren professionellen Einsatz.
59.000 Tonnen Altreifen bleiben dauerhaftes Risiko
Auch wenn der aktuelle Brand nicht die eigentliche Altreifendeponie betrifft, müsse er Anlass sein, die gesamte Sicherheitssituation rund um die Reifenlagerung in Ohlsdorf genau zu prüfen. Denn dort sollen trotz eines seit 2011 bestehenden Räumungsauftrags weiterhin 59.000 Tonnen Altreifen dauerhaft im Boden verbleiben.
Die mittlerweile vorliegende Anfragebeantwortung von Umweltlandesrat Stefan Kaineder bestätigt, dass auch bei der geplanten Sicherung ein Restrisiko bestehen bleibt. Die Überwachungsmaßnahmen sind zeitlich nicht begrenzt.
„Wenn schon ein Brand in einem Granulatlager die Feuerwehr über Stunden beschäftigt, muss man die Frage stellen dürfen, wie wir mit den Risiken von 59.000 Tonnen Altreifen umgehen. Niemand kann wollen, dass unsere freiwilligen Einsatzkräfte eines Tages vor einer Katastrophe stehen, die durch rechtzeitiges Handeln hätte verhindert werden können“, betont Haas.
Sicherheit für unsere Kinder statt Altlasten für Generationen
Besonders kritisch sieht Haas die Verantwortung gegenüber jungen Menschen. „In unserer Feuerwehrjugend vermitteln wir Kindern und Jugendlichen, Gefahren zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und vorausschauend zu handeln. Genau das erwarte ich auch von der Politik. Wir dürfen unserer Jugend keine Probleme hinterlassen, die wir heute lösen können.“
Haas fordert daher eine aktuelle Überprüfung der Brand- und Katastrophenschutzkonzepte für die Altlast und den betroffenen Recyclingbetrieb unter Einbindung der örtlichen Feuerwehren. Insbesondere müssten Brandfrüherkennung, Löschwasserversorgung und mögliche Auswirkungen auf Umwelt und Grundwasser umfassend geprüft werden.
„Unsere Feuerwehren sind da, wenn es brennt. Die Aufgabe der Politik ist es, dafür zu sorgen, dass es möglichst gar nicht erst so weit kommt. Verantwortungsvolle Politik beseitigt Gefahren, bevor es zur Katastrophe kommt – und vergräbt sie nicht für kommende Generationen“, so Haas abschließend.
Fotocredit: MecGreenie